Geschichte von Dundenheim

"Dundenheim, das liebenswerte Dorf im Ried", ist der Titel des illustrierten Heimatbuches zum 700-jährigen Dorfjubiläum im Jahre 1989. Sehr eindrucksvoll dokumentierten die Einwohner damals die historische Vergangenheit ihres Heimatdorfes, dessen erste urkundliche Erwähnung in einer Bulle des Papstes Nikolaus IV. an das Kloster Gengenbach vom Jahre 1289 bezeugt ist.

Die Vergangenheit des Bauerndorfes reicht jedoch viel weiter zurück. Schon in der Ortsbezeichnung fällt die eigenartige Stammsilbe "Dun" auf. Es ist ein keltisches Wort und bedeutet "Erhöhung, erhöhter Ort". In der Zeit seiner Gründung mag die Siedlung und größere Teile seiner westlichen Gemarkung wie eine Insel die ausgedehnten Wasser- und Sumpfflächen überragt haben.

Nach den Kelten kamen die Römer. Für die römische Zeit 50 - 260 n. Chr. ist der Nachweis erbracht, dass unter Kaiser Vespasian eine Römerstraße von Straßburg - Altenheim als Umgehungsstraße über die "Dundenheimer Weide" nach Hofweier - Rottweil angelegt war.

Man nimmt an, dass Dundenheim zur Sicherung der Römerstraße mit einer kleinen Polizeistation belegt war und sich daraus die genaue quadratische Anlage des Mitteldorfes mit 200 Meter Seitenlänge erklärt. Die Alemannen folgten etwa um 260 und die Franken ab 536. Erst in der Frankenzeit zwischen 600 und 900 entstanden die größeren Ortschaften. Dundenheim gehört zu den rechtsrheinischen Siedlungen, die nach der fränkischen Landnahme vom Elsaß her entstanden sind.

Zum erstenmal taucht der Name Dundenheim im Jahre 902 im Zusammenhang mit der Pfarrei Ichenheim - Dundenheim auf. 1106 wurde sie vom Papst als Pfarrei anerkannt. Laut päpstlicher Urkunde von 1289 gehörte Dundenheim damals zum Kloster Gengenbach. 1302 sind die Geroldsecker Lehensherr und 1428 zählt Thundenheym zum Bistum Straßburg. 1575 kam das Dorf an Baden-Baden. Wie das ganze Ried wurde Dundenheim geistig von Straßburg beeinflusst. 1556 fand die Reformation Eingang und wie alle anderen litt auch das Dorf schwer am Dreißigjährigen Krieg. Lange lebten die Einwohner in den Rheinauen. Nach dem Kriegsende kehrten nur noch 30 Personen ins Dorf zurück. Nach der Teilung Baden-Nassau 1629 kam Dundenheim an die Herrschaft Mahlberg.

1677 wurde das Dorf, Willstätt und Nonnenweier am gleichen Tag niedergebrannt. Danach begann der Bau der charakteristischen Riedbauernhäuser, deren Jahreszahlen teilweise noch erhalten sind. Die älteste Jahreszahl 1575 steht heute noch an einem Brunnen im Gehöft Reuter/Engel.

Bis zum Bau der Evangelischen Dreifaltigkeitskirche 1790 gingen die Einwohner in die Kirche nach Ichenheim und in die alte Kapelle aus dem Mittelalter, die am Standort der späteren kath. Kirche errichtet war. Die St. Johanneskirche wurde 1822 erbaut. Früher hatte das Dorf zwei Schulhäuser, die 1818 erbaute evangelische "Obere Schule" und die 1836 errichtete katholische "Untere Schule" mit Rathaus.

Viele Jahrhunderte hatte das Rieddorf bäuerlichen Charakter, bis nach dem 2. Weltkrieg wesentliche Strukturveränderungen durch die wirtschaftlichen und industriellen Expansionen eintraten. Das Wappenbild des Dorfes, das Pflugrad, weist auch heute noch auf die jahrhundertealte Identität hin. Neben den Ackerleuten, Bauern und Landwirten sicherte sich ein Teil der Einwohner ihren Lebensunterhalt im Handwerk. Seit dem Mittelalter gab es eine Fischerzucht, deren Mitglieder an Schutter und Unditz fischten.

Dem großen Strukturwandel in der Landwirtschaft sind inzwischen die meisten der landwirtschaftlichen Betriebe zum Opfer gefallen. Viele Nebenerwerbslandwirte gehen einer lohnbringenden Arbeit nach, nur noch wenige Familienbetriebe sind existent und hängen im wesentlichen von den Einnahmen aus dem Tabakanbau ab.
Seit altersher brachte Dundenheim tüchtige und arbeitsame Menschen hervor, die einem der Scholle treu ergebenen Bauertum entstammten und hilfsbereit in der Gemeinschaft zusammenstanden. Frei und aufrecht, zäh und treu ist der Menschenschlag, der sich durch unermüdliche Arbeit zu Wohlstand und Ansehen emporschaffte.

Aus dem fortschrittlichen Bauerndorf sind immer wieder Persönlichkeiten hervorgegangen, die weithin bekannt wurden, in Politik, Wirtschaft und Kirche Geschichte geschrieben haben und ihrem Heimatdorf Ehre machten:

  • 1300 Erkenboldus von Tundenheym, Ortsadel
  • 1324 Nidaus, Sohn des Erkenboldus, Kanonikus, Domherr der Kirche zu Rhinau/Elsaß
  • 1329 Gosco, Sohn des Erkenboldus, vornehmer Straßburger Bürger
  • 1423 Hermann Claus, Pächterfamilie des Gengenbacher Klosterhofes in der Großen Gasse
  • 1835-1912 Domkapitular Ferdinand Rudolf, Erzdiözese Freiburg
  • 1852-1926 Reichskanzler Constantin Fehrenbach
  • 1861-1948 Kirchenpräsident Dr. Klaus Wurt
  • 1883-1969 Wilhelm Schäfer, Präsident der Tabakbauvereine Südbadens, Träger des goldenen Tabakblattes
  • 1898-1982 Wilhelm Adolf Roth, Präsident des Bad. Landesschweinezuchtverbandes - Bundesverdienstkreuz-
  • 1901-1983 Georg Wollenbär, Bürgermeister und Präsident des Mittelbadischen
    Rinderzuchtverbandes - Bundesverdienstkreuz - Ehrenbürger von Burgund/Frankreich (Jugendbegegnungen)
  • 1912-1999 Martin Zeil, Militärdekan, Prälat, Ehrenbürger der Gemeinde Neuried,
    Französischer Nationaler Verdienstorden "Offizier de L´ ordre national du merite"

Dundenheim verliert am 01.01.1973 seine Selbständigkeit und wird ein Ortsteil der neuen Gemeinde Neuried. Im März 1972 war Bürgeranhörung. Von 678 Wahlberechtigten stimmten nur 188 ab. 171 Bürger stimmten zu, 17 stimmten mit Nein.

Bürgermeister Georg Wollenbär meinte am Jahreswechsel 1972/1973 dazu u.a.: "Der gute Wille und das Bereitsein aller, die erweiterte Gemeinsamkeit zu fördern, müssen daher am Beginn des neuen Jahres stehen. Miteinander und Füreinander wollen wir daher diesen Anfang wagen. Dazu entbiete ich die besten und gut gemeinten Wünsche der Gemeinde Dundenheim und ihrer Einwohner".