60 Jahre Spielmannszug u. 50 Jahre Jugendfeuerwehr Ichenheim

(df) Musikalisch umrahmt vom Spielmann- und Fanfarenzug Ichenheim/Meißenheim fand am Samstagabend im Feuerwehrgerätehaus der Ausrückeeinheit Süd der Freiwilligen Feuerwehr Neuried das Festbankett zum Doppeljubiläum 60 Jahre Spielmannszug und 50 Jahre Jugendfeuerwehr Ichenheim statt. Abteilungskommandant Daniel Kopf konnte unter den Besuchern auch Bürgermeister Jochen Fischer, Kreisjugendfeuerwehrwart Klaus Faißt, den stellvertretenden Kreisstabführer Armin Schäfer und Kommandant Ralf Grim begrüßen.

Jugendwart Raphael Jägle meinte, 50 Jahre Jugendfeuerwehr bedeuten im Durchschnitt 18 Jugendfeuerwehrmitglieder pro Jahr. 2015 waren es mit 30 am meisten,1997 mit sieben am wenigsten. Das bedeutet rund 140 Übernahmen in die Einsatzabteilung. Das bedeutet aber auch 1500 Stunden Feuerwehrtechnische Ausbildung und noch einmal 1200 Stunden Spiel, Spaß und Spannung. Dies allein sind nur die Zahlen der Proben . Hinzu kommen noch zahlreiche Stunden Freizeitaktivitäten wie Zeltlager und Ausflüge. Zusammen sind das 2700 Std. ehrenamtliche Tätigkeit - hochgerechnet bedeutet das rund 1,5 Jahre Vollzeitbeschäftigung. Bei durchschnittlich drei Jugendleitern pro Probe macht das 8100 Stunden als 4,5 Jahre. Zur Zeit besteht die Jugendfeuerwehr aus 21 Jugendlichen davon vier Mädchen. Wie sagte ein Kommandant auf einem Seminar, so Jägle. Die Jugendfeuerwehr ist die wichtigste Abteilung einer Feuerwehr. Zum Schluss bedankte er sich bei seinen Vorgängern und bei seinen Stellvertretern und bei allen, die immer mit einer helfenden Hand zur Seite stehen und auch das jetzige Wochenende erst möglich machen. Kreisjugendfeuerwehrwart Klaus Faißt, der die Grüße und die Glückwünsche der Kreisjugendfeuerwehr überbrachte meinte, in den letzten Jahren sind die Einsatzabteilungen eng zusammengewachsen und bilden nun eine starke Feuerwehr, die sich im Kreis Rang und Namen gemacht hat. Ebenso eng arbeiten eure Jugendgruppen zusammen und bilden eine sehr starke Jugendabteilung, die unter den benachbarten Jugendfeuerwehren sehr geschätzt wird. Als sich vor 50 Jahren um die Gründung der Jugendfeuerwehr Gedanken gemacht wurden, stand bestimmt der Gedanke des Nachwuchses der Aktiven im Vordergrund. Sicherlich ist das bis heute auch zutreffend. Besteht doch die aktive Feuerwehr heute zum größten Teil aus ehemaligen Jugendfeuerwehrleuten. Doch man muss sich heute fragen, ob dies der einzige Grund ist. Genau so wichtig ist es, den Jugendlichen des Ortes eine sinnvolle Beschäftigung zu geben. Vor 50 Jahren haben die Verantwortlichen in Euren Reihen alles richtig gemacht. Aus dieser Idee, so Faißt, ist etwas Großartiges entstanden, Eure Jugendfeuerwehr. So ein Jubiläum gibt auch Anlass allen, die in den 50 Jahren neben ihrem aktiven Dienst auch noch viel Freizeit für die Jugendarbeit in der Jugendfeuerwehr geopfert haben, Dank zu sagen für ihre geleistete Arbeit und auch an diejenigen, die die Jugendarbeit in dieser Zeit unterstützten. Faißt wünschte zum Schluss dem Jugendfeuerwehrwart und seinem Gruppenteam allseits eine glückliche Hand im Umgang mit den Jugendlichen. Danach ehrte er zusammen mitAbteilungskommandant Daniel Kopf und dessen Stellvertreter Ferdinand Bläsi die damaligen und heute noch aktiven ersten Jugendfeuerwehrleute, ehemaligen Jugendfeuerwehrwarte und Stellvertreter.

Einen kurzen Rückblick auf 60 Jahre Spielmannszug und wie es zur Gründung kam gab Obmann Daniel Wendle. Man saß 1957 im Januar nach der Hauptversammlung in geselliger Runde im Gasthaus Prinzen zusammen, als der damalige Kommandant Willi Reichenbach den Vorschlag machte, einen Spielmannszug zu gründen. Die Idee kam bei den Anwesenden Günter Nußbaum, Josef Braunstein, Alfons Papst, Willi Jägle, Albert Herrmann, Willi Wendle und Leo Siegenführ gut an. Die erste Besetzung war dann Stabführer Willi Jägle - Trommler Franz Kopf, Eugen Wurth, Josef Jäger, Bernhard Münch - Pfeifen Jakob Rudolf, Karl Erb, Ernst Rudolf - Fanfaren Erich Feger, Julius Erb, Roderich Schlißke. Der erste Auftritt fand 1959 beim Feuerwehrfest in Kippenheim statt. 1960 fand das erste Treffen mit den befreundeten Spielmannszügen Zell-Weierbach und Hofweier statt, diese Treffen finden bis zum heutigen Tag regelmäßig statt. 1967 stieg die Mitgliederzahl des Spielmannszuges nach der Gründung der Jugendfeuerwehr stark an, so dass zeitweise ein Eintrittsstopp verhängt wurde. 2015 schloss man sich mit dem Fanfarenzug Meißenheim zusammen. Geprobt wird die ersten beiden Dienstage in Meißenheim und die restlichen Dienstage in Ichenheim jeweils um 19.30 Uhr in den jeweiligen Gerätehäusern. Die Glückwünsche und Grüße von Kreisstabführer Markus Schneider und des Arbeitskreises Musik überbrachte der stellvertretende Kreisstabsführer Armin Schäfer, der meinte, der Spielmannszug Ichenheim wurde 1957 in eine Aufbruchstimmung hinein gegründet, in der damals viele Spielmanns- und Fanfarenzüge entstanden sind. Wir leben heute in einer Zeit, in der sich die Vorzeichen zu ändern beginnen. Landesweit haben die Musiktreibenden Züge der Feuerwehren in den letzten Jahren 25 Prozent ihrer Mitglieder verloren. Viele mussten aufgeben oder fusionieren oder Spielergemeinschaften gründen. In Ichenheim hat es immer Menschen gegeben, die mit Fleiß und guten Ideen dafür gesorgt haben, dass der Zug sich den Zeichen der Zeit anpassen konnte, wenn auch die Zahl der Spielleute gesunken ist. Die Weichen für die Zukunft zeigen in die richtige Richtung. Bürgermeister Jochen Fischer, der für Gemeinderat und Ortschaftsrat gratulierte, meinte, der Spielmannszug ist ein fester Bestandteil von jedem Fest im Dorf, er denke hier nur an den Großen Zapfenstreich 1985 gemeinsam mit der Musikkapelle Ichenheim. Weiter dankte er der Jugendfeuerwehr für die über 50-jährige Nachwuchsarbeit zum Wohl der Gemeinde. Jugendfeuerwehr kann Vorbild sein. Für die Feuerwehr Neuried gratulierte Kommandant Ralf Grim. Er freute sich über die gut funktionierende Jugendfeuerwehr und den Spielmannszug und überreichte Präsente zur Kameradschaftspflege.. Die Grüße und die Glückwünsche der Feuerwehr Meißenheim überbrachte Kommandant Fred Brandenburger, der ebenfalls ein Präsent zur Kameradschaftspflege überreichte.

Umfangreiche Ehrungen standen ebenfalls im Mittelpunkt des Festbanketts. Vom stellvertretenden Kreissttabführer Armin Schäfer wurde Josefine Bläsi für 11 Jahre aktive Tätigkeit mit der bronzenen Ehrennadel des Deutschen Blasmusikverbandes ausgezeichnet und Daniel Kopf für 20 Jahre aktive Tätigkeit im Spielmannszug auch als stellvertretender Kreisstabführer, Stabführer und Ausbilder mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Alexandra Bläsi erhielt für zehn Jahre Tätigkeit die Ehrennadel in Bronze. Mit einem Weinpräsent wurden die Gründungsmitlieder Karl Erb und Julius Erb geehrt.

Von Kreisjugendfeuerwehrwart Klaus Faißt wurden die noch aktiven Gründungs-Jugendfeuerwehrleute Roland Reichenbach, Werner Rudolf, Werner Wiehler, Benno Jäger und Alois Fischer geehrt. Ein Weinpräsent erhielten die ehemaligen und stellvertretenden Jugendfeuerwehrwarte Andreas Reichenbach, Daniel Roth, Jürgen Bläsi, Fabian Cziollek, Stefan Gengenbacher, Daniel Christen, Lukas Schwärzel.

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