Freundschaftsbesuch in Plobsheim

(df) Die schöne Tradition der gegenseitigen Freundschaftsbesuche wurde am vergangenen Samstag bei bestem Sommerwetter in Plobsheim fortgesetzt. Madame le Maire Anne-Catherine Weber begrüßte mit herzlichen Worten die Abordnung des Altenheimer Ortschaftsrates, die von Neurieds Ehrenbürger Hermann Mild verstärkt wurde. Altenheims Ortsvorsteher Jochen Strosack bedankte sich mit einem Geschenkkorb für die freundliche Einladung. Nach dem obligatorischen Gläschen "Ehrenwein" stand ein kleiner Rundgang durch den elsässischen Nachbarort auf dem Programm. Ludovic Seng und Michèle Barthelmebs vom Heimat- und Kulturverein "Le Giessen" übernahmen die Führung zu historischen Stätten von Plobsheim, das bereits im Jahre 778 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Am "Monument aux Morts" wurde der leidvollen Geschichte der Grenzregion gedacht, auf die, dank der europäischen Einigung, die heute als mittlerweile selbstverständlich empfundene Friedenszeit folgte. Imposant ist das Gebäude der Schlossschule, das 1590 von der Familie Zorn als Wohnsitz der Herren von Plobsheim errichtet wurde.
 
Vom Rathaus ging es dann mit zwei Pferdekutschen zum herrlich gelegenen Gelände des Kempferhofes. Jules de Dartein hat das Schloss im Jahr 1869 erbaut. Zu den Gebäuden gehört auch eine private Kapelle, in der mehrere Familienmitglieder bestattet wurden. Auf dem Kempferhof befindet sich heute ein weithin bekannter Golfplatz, der sich über eine Fläche von 60 Hektar erstreckt. Den Erweiterungsplänen hat die Gemeinde Plobsheim bereits zugestimmt. Das in Altenheim oft diskutierte Thema "Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen" stand demnach auch in unserer Nachbargemeinde auf der Tagesordnung.
 
Die Kraft von vier Pferdestärken führte weiter zu den "Sieben Schliesen". In unmittelbarer Nachbarschaft zum ehemaligen Schleusenwärterhaus führt der rührige Verein "Le Giessen" eine Ausflugsstation ("buvette"), die im Sommer täglich geöffnet hat. Präsident Rodolphe Hamm lud die Gäste zu einer Stärkung ein, die dankbar angenommen wurde. Anschließend wurden nochmals die Pferdekutschen für eine kurze Fahrt durch den Rheinwald bewegt. Am Giessen, einem Altrheinarm, lagen drei Fischerkähne parat, die zur Weiterfahrt bestiegen wurden. Die idyllische Tour führte zunächst durch die Rheinauen und Felder im Süden von Plobsheim, ehe der Ortsrand erreicht wurde. Die Perspektive vom Boot aus vermittelte eindrücklich die schöne Lage von Plobsheim an den Armen des Dorfgiessens. Auch der eine odere andere imposante Neubau konnte bewundert werden.
 
Die erfahrenen sechs Kahnführer steuerten mit ihren Riemen sicher die Anlegestelle inmitten des Ortes an. Von dort ging es wieder zurück an die "buvette". Der Blick über den "Plan d'Eau" zeigte die Ausmaße des 1970 in Dienst gestellten Beckens, dem große Teile des Plobsheimer Rheinwaldes zum Opfer fielen.
 
Fließige Helferinnen und Helfer des Vereins "Le Giessen" servierten an dem romantisch liegenden Platz zwischen Wald und Wasser ein schmackhaftes Abendessen. Die Kommunalpolitiker von "hiwwe und diwwe" nutzen die Zeit zum regen Austausch. Nachdem auf badischer Seite die Kommunalwahlen in diesem Jahr schon stattgefunden haben, stehen diese auf elsässischer Seite im März des nächsten Jahres an. Das gute Miteinander, so Erster Beigeordneter Charles Bapst, soll auf jeden Fall beibehalten werden. Er bedankte sich bei den Verantwortlichen von "Le Giessen" für die wunderbare Begleitung und Organisation des Tages. Den Altenheimer Gästen gab er noch eine flüssige Stärkung mit auf den Weg, damit diese ihre Heimat auch sicher erreichen konnten.

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