Gemeinsam stärker gegen die Not in der Ukraine

  • Hilfsaktion dreier Gemeinden und ihrer Freiwilligen Feuerwehren erfolgreich
  • Bürgermeister sammeln 100.000 Euro und viele bewegende Eindrücke
  • Nicht alle Kriegsflüchtlinge möchten nach Deutschland

 

„Es war eine unglaublich eindrückliche und zutiefst bewegende Erfahrung“, sagt Bürgermeister Tobias Uhrich. Gemeinsam mit seinen Amtskollegen Andreas Heck (Hohberg) und Matthias Litterst (Schuttertal) und den Freiwilligen Feuerwehren der drei Gemeinden ist er am vergangenen Wochenende an die polnisch-ukrainische Grenze gefahren. 14 Transporter voll beladen mit Hilfsgütern hatten sie dabei. In der Woche zwischen Idee und Abreise sammelten sie 100.000 Euro an Spenden.

 

„Angekommen sind leider nur 13 Transporter“, berichtet Matthias Litterst. Einer hatte einen Totalschaden, bei dem zum Glück kein Mensch verletzt wurde. Dafür konnten alle Hilfsgüter abgeliefert werden. Ziel war die polnische Kreisstadt Lezajsk, etwa 80 Kilometer vor der ukrainischen Grenze, wo unter der Regie von Caritas International ein Umschlagplatz für Hilfsgüter eingerichtet wurde.

 

„Wir sind Freitagabend dort angekommen“, sagt Andreas Heck. „Die Hilfsgüter wurden abgeladen und die Babynahrung direkt auf 40-Tonner mit Ziel Ukraine verladen.“ Am nächsten Tag ging es weiter nach Przemysl zu einer grenznahen Anlaufstelle für Geflüchtete.

 

„Dort haben wir erstmals so richtig gesehen, was Krieg bedeutet“, sagt Tobias Uhrich. „Menschen mit leerem Blick, verzweifelt, Menschen, die alles zurücklassen mussten.“ Und Menschen, die so traumatisiert sind, dass sie nicht mehr wissen, wem sie trauen können.

 

„Eigentlich war es unser Ziel, auf der Rückfahrt unsere Transporter mit Geflüchteten zu füllen, um sie nach Deutschland mitzunehmen“, sagt Andreas Heck. Aber nicht alle wollten das. Am Ende waren nur 14 der 45 zur Verfügung stehenden Plätze besetzt.

 

„Man kann die Menschen verstehen“, sagt Matthias Litterst. „Frauen und Kinder, die ihre Männer und Väter und weitere Angehörige in der Ukraine zurücklassen mussten, hoffen auf eine baldige Rückkehr und wollen nicht noch einmal 1000 Kilometer weiter weg von ihrer Heimat.“

 

Die Geflüchteten, die sich mit auf die Reise machten, wurden von den Ortenauern nach Nürnberg in die Erstaufnahmestelle gebracht. Am Sonntag erreichten die Transporter wieder die Heimat. Im Gepäck waren viele teils überwältigende Eindrücke, die verarbeitet werden müssen. Und die Gewissheit, dass Krieg nur Leid über die Menschen bringt und nie gerecht sein kann.

 

Der Dank der Bürgermeister gilt allen Spenderinnen und Spendern, die sich an der Aktion beteiligt haben. Weiter bedanken sie sich bei folgenden Personen und Einrichtungen: den Mitarbeitenden der Verwaltungen, Firma Warimex, Metzgerei Böhringer, Rhein-Apotheke, der Ried-Apotheke, Sanacorp Offenburg, Edeka Falk und Edeka Kohler, Autohaus Seebacher, Gottswald Bäckerei Maier, Armbruster Teigwaren GmbH, Tanja Waldmann, Fischerkleidung Schweighausen, HC Hedos Elgersweier,Waldservice Ortenau, Gemeinde Nordrach und dem DLRG Offenburg. „Der größte Dank geht allerdings an unsere Freiwilligen Feuerwehren, die sich gegenseitig und uns unterstützt haben“, sagt Uhrich. „Ohne sie wäre diese Aktion nicht möglich gewesen.“

 

 

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