Ichener Duwackstumbe

In den Riedgemeinden nennt man die Zigarren "Stumbe" (Duwack/Tabak) und die Ichenheimer Bevölkerung "Ichener". So einigten sich die Gründungsväter treffender Weise auf den Zunftnamen "Ichener Duwackstumbe".Die Maske hat ein verschmitztes Gesicht. Sie soll eine Person darstellen, die stets fröhlich ist und das Leben genießt. Und zum Genießen gehörte es einfach dazu, einmal einen guten "Duwackstumbe" zu rauchen.

Besonderheiten der Maske, ist die Nase, die als Wurzel dargestellt ist und die ausgeprägte, lachende Mundpartie. Für die Augenbrauen und den Bart nahm man Tabakblätter. Die schönen vollen Pausbäckchen und eine Denkerstirn runden die Maske ab.

Das Cape wurde mit braunen, aus Stoff gefertigten Blättern genäht. Rechts und links, ist daran ein getrockneter Stumbe (Tabakstengel) befestigt. Da die getrockneten Tabakblätter braun sind, entschied man sich ein zweiteiliges Häs mit braunen Blättern und aufgezeichneten Rippen zu nähen. Das Häs besteht je nach Größe zwischen 600 - 800 Blättern, an  die sechs bis acht Stumben  angenäht sind.

Dazu trägt man braune Schuhe und braune Handschuhe. Das ganze Häs wird in Eigenleistung hergestellt. Ein besonderes Merkmal ist die überdimensionale Schnupftabakmaschine, die die Duwackstumbe bei jedem Umzug dabei haben und die Zuschauer schnupfen lassen. 

Die Zunftaktivitäten sind vielseitig. Die fünfte Jahreszeit beginnt in Ichenheim mit der Fasenteröffnung „Carneval de Ichenheim“ zusammen mit der Guggemusik Scholle Dudler am Samstag nach dem 11.11. 

Ein Höhepunkt der "Ichener Fasent" ist der Schmutzige Donnerstag schlechthin. Viele ureigene alemannische Fastnachtselemente stecken in diesem örtlichen Narrenfeiertag.

Mit dem Sturm auf das Rathaus und der Schlüsselübergabe, muss sich der Schultis der närrischen Gewalt beugen. An diesem Tag findet sich dann auch zur nachmittäglichen Stunde in der Festhalle die Bevölkerung zum traditionellen "Bohnensuppessen" ein.

Abgerundet wird dieser Tag durch den abendlichen Hemdklunkerumzug und dem Stellen des Narrenbaumes.

1998 feierte die Zunft ihr Elf-jähriges und 2009 das 22 jähriges Bestehen mit einem großen Brauchtumsabend und Jubiläumsumzug.

Nach 11 Jahren schied 1998 Oberzunftmeister Franz Männle aus seinem Amt aus. Sein größter Verdienst war zweifelsohne die Gründung und der Aufbau der Zunft. Als Nachfolger wurde Bernd Schwendemann gewählt. Ab 2000 führte Fabiane Reichenbach und seit 2011 Nicole Herrmann die Zunftgeschicke.

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