Integrationspreis Kleiderkreis

Seit neun Jahren verleihen das Landratsamt des Ortenaukreises gemeinsam mit der Sparkasse Offenburg den Integrationspreis. 2022 gehört der Neurieder Kleiderkreis zu den Gewinnern. Das ehrenamtliche Bündnis hat sich in bemerkenswerter Art und Weise in der Gemeinde um die ukrainischen Flüchtlinge gekümmert und tut es auch weiterhin. Bürgermeister Tobias Uhrich zeigt sich stolz und dankbar.

„Ich bin immer noch sprachlos“, gibt Bürgermeister Tobias Uhrich zu. „Der Integrationspreis ist eine großartige Auszeichnung für das, was in den vergangenen Monaten hier in unsere Gemeinde geleistet wurde und auch weiterhin geleistet wird. Die Verleihung ist hochverdient.“

Verliehen wurde der Integrationspreis der Ortenau 2022 an den Neurieder Kleiderkreis für beeindruckende integrative Leistungen in der Gemeinde und darüber hinaus. Nachdem, durch den russischen Angriffskrieg ausgelöst, im März 2022 viele ukrainische Geflüchtete mit wenigen Habseligkeiten auch nach Neuried kamen, riefen drei Bürgerinnen zu Kleiderspenden auf.

Große Spendenbereitschaft und Hilfe über die Gemeindegrenzen hinaus

Die Spendenbereitschaft war riesig. So konnten in zwei von der Gemeinde Neuried zur Verfügung gestellten Räumen ein Erwachsenen-Kleiderkreis und ein Kinder-Kleiderkreis eingerichtet werden. Die ehrenamtliche Leitung übernahmen Sieglinde Hansert, Manuela Schwärzel und Tanja Waldmann.

Mit Unterstützung der Vereinsfrauen des örtlichen Netzwerks des Deutschen Hausfrauen-Bundes sortierten sie die Kleidung zunächst nach Größe und auch nach Jahreszeit. So konnte der Kleiderkreisel zweimal pro Woche öffnen und den Geflüchteten dringend benötigte Kleidung zur Verfügung stellen. Da immer noch Spenden eingehen, können auch Geflüchtete aus anderen Gemeinden vom ehrenamtlichen Engagement der Neuriederinnen profitieren.

 

Nicht nur Kleider vermittelt

„Die Kleider waren ja nicht alles“, sagt Bürgermeister Uhrich. „Der Kleiderkreis hat viele der Geflüchteten auch mit Fahrrädern ausgestattet, damit sie zumindest in einem eingeschränkten Radius mobil sein können.“ Das sei, so erläutert er, wichtig für die Integration. Die Möglichkeit zu haben, die Gegend rund um das neue Zuhause erkunden zu können, trage dazu bei, sich wohlzufühlen.

 

Die Bürgerinnen vom Kleiderkreis haben die Geflüchteten auch dabei unterstützt, Wohnungen und später Einrichtungsgegenstände für ihre Wohnungen zu finden. Kleinanzeigen wurden aufgegeben und oft aus der eigenen Tasche bezahlt. Da kam eine Spende der Neurieder Firma Warimex von 2.000 Euro gelegen, um die Ausgaben zu decken.

 

Zusammenarbeit mit der KOA

„Ganz wichtig war auch die Zusammenarbeit mit der Kommunalen Arbeitsförderung Ortenau“, sagt Bürgermeister Uhrich. „Hier konnten viele bürokratische Angelegenheiten unkompliziert gelöst werden.“

Der wichtigste Teil der Integration findet allerdings woanders statt. „Die Damen vom Kleiderkreis nehmen die Geflüchteten mit zu Vereinsfesten, führen eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe und besuchen sie regelmäßig“, sagt Bürgermeister Uhrich. „So lernen unsere neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger das kulturelle Leben von Neuried kennen und können tatsächlich hier ankommen.“

Integration ist ein nie endender Prozess

Die Leistung der einheimischen Bevölkerung zu würdigen ist das Ziel des Integrationspreises. Wie wichtig dieses ehrenamtliche Engagement für die Neuankömmlinge ist, lässt sich in Neuried sehr gut beobachten. „Integration ist ein nie endender Prozess“, sagt Bürgermeister Uhrich. „Mit Ehrenamtlich derart engagierten Bürgerinnen und Bürgern, wie wir sie in Neuried haben, wird dieser Prozess aber deutlich einfacher und ist von Erfolg gekrönt. Darüber bin ich sehr dankbar.“

Neben dem mit 500 Euro dotierten Integrationspreis von Landratsamt und Sparkasse Offenburg, werden sich die Damen vom Kleiderkreis auch ins Goldene Buch der Gemeinde Neuried eintragen dürfen. So viel zivilgesellschaftliches Engagement wird entsprechende Würdigung erfahren.

 

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