Jahresabschlussgottesdienst

Neuried-Ichenheim (df) Das war 2020 o. 20 – 20 so eine schöne Zahl. So vielversprechend.

Wer von Euch, war nicht wie sie, voller Hoffnung, dass diese weiche, runde  Zahl ganz viel Wunder hervorbringen würde? So Pfarrerin Anna Schimmel Der ökumenische Gottesdienstes, welcher sehr gut besucht war, fand nach Corona Regeln im Freien vor der Langenrothalle in Ichenheim statt. Der Wettergott hatte ebenso ein Einsehen und es hörte zu Beginn des Gottesdienstes auf zu regnen. Katja Tscherter und Volker Schnebel besangen wie schon so oft in diesem Jahr mit schönen Liedern den Gottesdienst.

Letztes Jahr im Übergang zu diesem Jahr, fragte sie sich wunderfitzig, welchen Wunderfirlefanz das Neue Jahr wohl bringen würde?

Sie war der Wunder- begierig. Ja, wundergläubig und wunderbedürftig, hatte Wunderbilder vor Augen. Sah Wunderschein in der Silvesternacht und dachte: 2020 wird wundermächtig und wundervoll.

…bis sie verwundert feststellte: 2020 ist anders. 2020 ist ein Wunderwitz. Und witzig fanden wir das alle nicht. Seit Tagen lese sie immer wieder den Wunsch: 2020 möge bald vorbei sein. Es sei ein verschenktes Jahr gewesen. Verschwendet und vergeudet. 2020 kann in die Tonne, so der allgemeine Konsens.

 

Aber das Ihr Lieben, mache sie nicht mit. Sie schmeiße kein Jahr weg. Sie weigere sich zu glauben, dass 2020 ein Jahr ohne Wunder war. Sie weigere sich, dieses Jahr als vertan anzusehen. Sie weigere sich 2020 einfach so abzutun!

 

Wer Heiligabend in ihren Gottesdiensten war, erinnert sich vielleicht, dass sie davon gesprochen habe, wie geknickt wir waren in diesem Jahr. Genickt von allem was so war, was wir nicht in der Hand hatten. Geknickt auf ganz unterschiedliche Weise – weil wir auch ganz unterschiedlich von dieser C-Sache betroffen sind! Bei manchen Menschen steht die Existenz auf dem Spiel, bei manchen ist die Einsamkeit groß, wieder andere müssen um ihre Gesundheit kämpfen! Wir haben alle einen Knick erlitten. Die einen mehr, die anderen weniger.

 

Mein Lieblingsheilungswunder der Bibel, erzählt auch von einer Frau mit einem Knick. Im Rücken hat sie diesen Knick. Sie las im Lk 13, 10 ff.

Eine Wundergläubige will sie sein, auch nach so einem Jahr. Eine Wundersuchende mit Wunderausblick auf 2021-  aber auch einen Wunderrückblick wagen.

Ja, was waren meine Wunder 2020? Gottes Wunder, die sie immer wieder aufgerichtet haben? Es gab sie nämlich, auch in diesem Jahr.

Sie denke an eine Wanderung Anfang August in Österreich, Osttirol. Mit Menschen die sie liebe. Hoch zur Gottschaunalm, um Gott  zu schauen.

Bergauf. Schwitzend. Stöhnend. Angestrengt. Die Mühe wurde belohnt. Wunderblau der Gotteshimmel. Wunderblühend die Blumen an der Alm. Wunderprächtig.

Sie denke an einen Moment unserer Gemeindeversammlung in diesem Jahr, wo mir klar wurde: Die Gemeinde trägt tatsächlich unsere Zukunftsvisionen mit. Was für ein Wunderding ist dass, dass die alten Konflikte zwischen katholisch / evangelisch endlich Beiseite gelegt werden und wir wieder von vorne anfangen. Zusammen Christinnen und Christen sein. Jeder und jede auf seine Weise und doch auch miteinander. So wie wir heute Abend. Wie wunderfroh macht sie das. Wie wunderfein für uns alle!

 

Sie denke an einen Morgen im Herbst, an dem es ihr wirklich nicht gut ging. Alles fühlte sich grau an. In ihr und um sie herum. Sie ging in den Garten und band ihrer Hündin Frieda die Leine um. Raus aus dem Garten, dann an der Kirchentür vorbei. Im Augenwinkel sah sie etwas wunderbuntes. Sie drehte ihren Kopf und sah, dass an der ollen Wäscheleine, die mittlerweile tagelang trostlos vor der Kirche baumelte, wunderschöne fröhliche Bilder hingen. Auf einem, mit leuchtendem Einhorn stand: für Frau Schimmel. Das war so ein Wunderfreudeheulmoment!!! Ein Moment Gott zu loben!

Die KigaKinder hatten diese Bilder gemalt und an die Leine gehängt.

Das wirkte auf ihre Laune, besser als jedes Wunderelixier.

Auch 2020 war der Wunder – voll. Wagt doch auch mal einen Wunderrückblick! Was fällt Euch ein. Was hat Euch Geknickte aufgerichtet?

2021 steht kurz bevor. Sie glaube wir sind alle gebremst in unserer Hoffnung auf Wunder. Auf der anderen Seite, weiß sie von Vielen von Euch, dass Ihr Wunderbegierig und Wunderbedürftig seid – so wie sie es ist. Jedes Jahr.

Und so schlage sie vor: wir machen es wie die geknickte Frau und lassen es zu, dass Jesus uns Wundersuchende ansieht. Dass Jesus uns Wundersuchende berührt. Wir werden keine Wunder erfahren, wenn wir dies nicht zulassen.

Jesus, der Wunderknabe, dessen Fest wir gerade erst feierten. Jesus, das Wunderlicht, wirkt besser als jeder Wunderdoktor, besser als jede Wunderpille. Wundersalbe oder Wunderwaffe. Seine wunderzarte Berührung, lässt uns  wunderstill, wundertaumelnd und Wundertrunken zurück!

Jesus ist unsere Wunderrettung. 2020 und 2021.

Nach dem Vater Unser und dem Segen bedankte sich Pfarrerin Anna Schimmel bei allen die Gelingen der Gottesdienste beitrugen , den Besuchern fürs Kommen und wünschte einen Guten Rutsch ins Neue Jahr.

und überreichte Wunderkerzen und Knicklichter

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