Öl des Südens - der kleinste und schönste Männerchor Südbadens begeisterte in der Friedenskirche

Altenheim (df) Was gibt es Schöneres, als an einem trüben Herbstabend in ein Konzert zu gehen.
Der Arbeitskreis Kultur in der Kirche, Altenheim, hatte eingeladen zu einem Konzert mit dem kleinsten und schönsten Männerchor Südbadens, wie sich die Fünf Jungs aus Freiburg selber augenzwinkernd vorstellten. Und es war wirklich, um es schon vorweg nehmen zu können, ein wunderschöner, herzerwärmender Abend, der weit über das Augenzwinkern und Schmunzeln hinausging. Schon beim Betreten der nur spärlich erleuchteten Kirche mit dem choralähnlichen Wedding von Abdullah Ibrahim schuf die Gruppe eine wohlige, dichte Athmosphäre, bevor die fünf Sänger vor dem Altar ins Rampenlicht traten, und der Zuschauer nun ihr bewußt schräges Outfit bewundern konnte: Schicke schwarze Abendanzüge mit buntem Assessoire, welches von grünen Socken, rotem Schuhbändle bis zu einem Gummihandschuh als Einstecktüchle reichte. Einfach schräg und komisch, und der Zuschauer wußte nun, wohin die Reise gehen sollte. Mit fast 333 Jahren gesammelter Liebeserfahrung und einem sozioerotischen Touch unternahm Öl des Südens eine Reise durch die Geschichte des Schlagers, um ihn auf seinen Schwachsinn hin zu untersuchen und zu entlarven, wie der Sprecher der Gruppe, Johannes Ehmann zu Beginn süffisant erläuterte. Und allein das Vorstellen der Gruppe war schon fast eine Comedy Nummer: Wenn ein Westfale (Johannes Ehmann) gerne den Mond von Wanne-Eickel besingen möchte und die vier anderen lupenreinen Schwaben (J. Wolfgang Obhof, Dietrich Grübner, Christof Lang-Jakob und Gottfried Schrägle) ihn überstimmen und man dann bei den Caprifischern landet, oder wenn verraten wird Wir sind alle Lehrer außer dreien.
Überhaupt ließen die Sänger neben ihrem erstklassigen A-Capella Gesang, der von den Comedian Harmonists über Zarah Leander bis zu den Beatles mit einem schwäbischen Yäschterdäii reichte, den Zuhörer an ihrem Innenleben teilhaben, wenn von auf unserer Couch erzählt wurde, und der Eindruck eines trauten Ehelebens zu fünft entstand.
Überhaupt der Gesang war etwas Besonderes: glasklar und glockenrein, jeder übernahm mal hier und dort Soloparts, und durch die große Flexibilität der Stimmen war manchmal nicht zu erkennen, wo jetzt Tenor mit Falsettgesang oder Bassstimme waren. Man hatte den Eindruck, dass jeder der Fünf die gesammte Tonpalette beherrschte. Und Mimik und Gestik der Fünf waren einfach nur komisch im besten Sinne, und der Spaß und die Freude an der Sache übertrugen sich schnellstens aufs Publikum, welches begeistert mitmachte, auch wenn die Kirche leider nur halb gefüllt war. Man kann nur sagen: Schad` drum.

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